Kapitalismus oder Kommunismus das ist hier die Frage?
Es gibt zwei K-Wörter in Deutschland die man nach Möglichkeit nicht erwähnen sollte. Das ist der Kapitalismus und der Kommunismus. Wenn man es wagt davon zu sprechen, dass es in Deutschland eine kapitalistische Wirtschaftsordnung gibt, so wird einem von vielen Seiten entgegnet, dass es in Deutschland keinen Kapitalismus gibt, sondern eine soziale Marktwirtschaft. Mutige Menschen reden auch manchmal vom rheinischen Kapitalismus, der eine deutsche Sonderform ist. Redet man vom Kommunismus so wird derjenige gleich in einen Topf geschmissen mit Mao, Stalin, Pol Pot und anderen Menschenschändern und Menschenschindern. Diese Diskussionen strotzen nur so von Polemik und immer wiederkehrenden Missverständnissen. Solche Diskussionen kratzen meistens an der Oberfläche und dienen meistens dazu, gewisse Fakten und Wahrheiten zu verschleiern. Fakt ist zumindest, dass der Kapitalismus unserer Tage eine weltumfassende Wirtschaftsordnung ist, die sich in fast jedem Winkel der Welt eingenistet hat. China, Nordkorea und auch Kuba sind Sonderformen einer "sozialistischen" Gesellschaft, auf die ich hier momentan nicht eingehen möchte.In den kapitalistischen Staaten dieser Erde dient die Ökonomie dazu, nicht nur die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen, sondern eine hohe Wettbewerbsfähigkeit zu erlangen, um möglichst hohe Profite und Gewinne von Konzernen und anderen Formen der Privatwirtschaft zu erzielen. Dabei stehen die meisten privaten Unternehmungen und Konzerne in direkter oder indirekter Konkurrenz miteinander. Peer Steinbrück, der ehemalige Finanzminister der großen Koalition hat selbst betont, das Deutschland in der "Champions League" der Staaten dieser Welt mitspielen müsse, damit die Wirtschaft in Deutschland floriert. Die Konkurrenz zwischen den Staaten, den Konzernen und anderen kommerziellen Unternehmungen ist sozusagen das Schmiermittel, welches die kapitalistische Gesellschaft vorantreibt und zu immer wieder neuen Errungenschaften führt. Es wird ein ungeheurer Reichtum geschaffen und so paradox es klingt, mit dem ungeheuren Reichtum steigt auch die Armut in der Welt. Diese Wirtschaftsordnung scheint es nicht zu schaffen den Reichtum gerecht zu verteilen. Witziger weise ist es auch so, das Karl Marx, der Kapitalismuskritiker und "Übervater des Kommunismus", zum Beispiel selbst in seinem umfangreichen Werk den Begriff Kapitalismus kaum oder gar nicht erwähnt. Soviel wie ich weiß verwendet er selbst den Begriff nur in der französischen Übersetzung des dritten Bandes des Kapitals und erwähnt dort das Wort Capitalisme. Karl Marx selbst spricht von Gesellschaften "in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht". Bei Karl Marx angelangt, komme ich nun zum Unwort Kommunismus. Der junge Karl Marx schreibt selbst im Jahr 1844:
Er erkennt bereits in jungen Jahren, dass der Kommunismus von Natur aus demokratisch oder despotisch sein kann. Die letzten kommunistischen Experimente des Ostblocks um den Warschauer Pakt während des kalten Krieges waren eindeutig despotischer Natur. Nun kommt natürlich die Frage auf, gab es überhaupt schon einen demokratischen Kommunismus? Diese Frage lässt sich sogleich schwer aber auch einfach beantworten. Natürlich gab es so etwas schon und es gibt ihn vielleicht auch heute noch. Hierbei handelt es sich vor allem um "primitive" Gesellschaftsformen, die keinen hohen technologischen Standard haben und wo die Lebenserwartungen eher gering sind. Es gibt Wissenschaftler die reden auch von "urkommunistischen" Gesellschaften. Es gab und gibt demokratische und gleichberechtigte Strukturen ohne Ausbeutung von Menschen, zum Beispiel bei einigen nordamerikanischen Indianerstämmen oder auch bei afrikanischen Pygmäen. Es gibt aber auch zum Beispiel die konservativen Amish oder auch die Hutterergemeinden, die in Gütergemeinschaft leben. Ich gebe zu, dass das natürlich eine relativ einfache Antwort ist und ob solche Gütergemeinschaften in modernen hoch technologischen Gesellschaften funktionieren, ist noch nicht beantwortet."Die erste positive Aufhebung des Privateigentums, der rohe Kommunismus, ist also nur eine Erscheinungsform von der Niedertracht des Privateigentums, das sich als das positive Gemeinwesen setzen will. Der Kommunismus a) nach politischer Natur demokratisch oder despotisch;"[Marx: Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844, S. 135. Digitale Bibliothek Band 11: Marx/Engels, S. 704 (vgl. MEW Bd. 40, S. 536)]
Jenseits von Kapitalismus und Kommunismus kann ein gemeinwirtschaftliches System eine Alternative sein.
Dieser Blog beschäftigt sich mit Wasser und Energie, um diese Naturgüter gerecht zu verteilen bedarf es eines ökonomischen Systems, dass das Wasser möglichst nicht verschmutzt und sparsam damit umgeht. Da muss man sich Gedanken machen, welche Güter für die Bedürfnisgemeinschaft hergestellt werden können und welche nicht. So eine Organisation bedarf einer strengen demokratischen Kontrolle.
Globale Soziale Marktwirtschaft
AntwortenLöschenWenn Sparer, die sich aufgrund einer fehlerhaften Geld- und Bodenordnung für "große Investoren" halten, nur dafür, dass sie ihre Ersparnisse verleihen, mehr Gegenleistung erwarten, als dass die Volkswirtschaft ihre Ersparnisse auf unbegrenzte Zeit sicher erhält, bleibt die Katastrophe nicht aus:
"Der Sparer erzeugt mehr Ware, als er selbst kauft, und der Überschuss wird von den Unternehmern mit dem Geld der Sparkassen gekauft und zu neuen Realkapitalien verarbeitet. Aber die Sparer geben das Geld nicht her ohne Zins, und die Unternehmer können keinen Zins bezahlen, wenn das, was sie bauen, nicht wenigstens den gleichen Zins einbringt, den die Sparer fordern. Wird aber eine Zeitlang an der Vermehrung der Häuser, Werkstätten, Schiffe usw. gearbeitet, so fällt naturgemäß der Zins dieser Dinge. Dann können die Unternehmer den von den Sparern geforderten Zins nicht zahlen. Das Geld bleibt in den Sparkassen liegen, und da gerade mit diesem Geld die Warenüberschüsse der Sparer gekauft werden, so fehlt für diese jetzt der Absatz, und die Preise gehen zurück. Die Krise ist da."
Silvio Gesell
Um die Krise (deflationäre Abwärtsspirale) hinauszuzögern, muss entweder der Staat "das Geld, das in den Sparkassen liegen bleibt" als zusätzlichen Kredit aufnehmen und in möglichst unrentable Projekte investieren, oder die Notenbank versucht durch exzessive Geldmengenausweitung eine schleichende Inflation von 2% pro Jahr, trotz bereits schrumpfender Realwirtschaft, beizubehalten. Die letzte Maßnahme verlängert das Elend (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz) nur kurzfristig.
Bei der Verwendung von Zinsgeld (fehlerhaftes Geld mit Wertaufbewahrungsfunktion) kommt es zur Liquiditätsfalle, wenn die Rendite unter die Liquiditätspräferenzgrenze fällt, d. h. wenn durch Investition weniger Gewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer erwartet wird als durch Spekulation. Besser ist es, den "großen Investoren" gar nicht erst ein Spekulationsmittel (Zinsgeld) in die Finger zu geben, das verlustfrei dem Geldkreislauf entzogen (in bar oder auf Girokonten gehortet) werden kann, sodass für jede Investition eine Liquiditätsverzichtsprämie (Urzins) bezahlt werden muss:
"Denn ein wenig Überlegung wird zeigen, was für gewaltige gesellschaftliche Veränderungen sich aus einem allmählichen Verschwinden eines Verdienstsatzes auf angehäuftem Reichtum ergeben. Es würde einem Menschen immer noch freistehen, sein verdientes Einkommen anzuhäufen, mit der Absicht es zu einem späteren Zeitpunkt auszugeben. Aber seine Anhäufung würde nicht mehr wachsen."
John Maynard Keynes
Die Krise ist beendet, sobald das einstige Volk der Dichter und Denker seinen Restverstand zusammenkratzt, um endlich die Soziale Marktwirtschaft zu verwirklichen:
http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/08/personliche-freiheit-und-sozialordnung.html
Der "Rest der Welt" wird diesem positivsten aller Beispiele ohne nennenswerte Verzögerung folgen (Globale Soziale Marktwirtschaft).