Samstag, 29. November 2014

Das größte Problem unserer Tage

Ein zentrales Problem ist der Klassenkrieg von Oben

Auf die Feststellung eines Journalisten, dass es heutzutage die Gefahr eines Klassenkampfes gibt, entgegnet der dritt-reichste Mensch der Welt, Warren Buffett: "Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen". Warren Buffett bringt es haargenau auf den Punkt. 

Warren Buffett und Barack Obama im "Weißen Haus" (Quelle: Pete Souza via Wikimedia Commons)
Die Gesellschaften der Erde sind im Großen und Ganzen Klassengesellschaften. Die reichsten und mächtigsten Menschen üben innerhalb der Gesellschaften enormen Einfluss aus. Gemäß dem, was der junge Karl Marx erwähnt hat:
"Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken, d.h. die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht. Die Klasse, die die Mittel zur materiellen Produktion zu ihrer Verfügung hat, disponiert damit zugleich über die Mittel zur geistigen Produktion, so daß ihr damit zugleich im Durchschnitt die Gedanken derer, denen die Mittel zur geistigen Produktion abgehen, unterworfen sind." 
[Marx/Engels: Die deutsche Ideologie, S. 60. Digitale Bibliothek Band 11: Marx/Engels, S. 1324 (vgl. MEW Bd. 3, S. 46)]
Normale Arbeitnehmer, und dazu zähle ich im Allgemeinen die lohnabhängig Beschäftigten, werden unter anderem durch Medien auf ein herrschaftskonformes Bewusstsein getrimmt. Das geht in vielen Fällen sogar so weit, dass der Arbeitnehmer für den Arbeitgeber auch mitdenkt. Es gilt die alte neoliberale Losung, "Jeder ist seines Glückes Schmied". Gesellschaftliche und sozioökonomische Aspekte werden total ausgeblendet. Im Grunde zählt nur das, was Gewinn und Profit einbringt. Die oberen Klassen, die über ein sehr ausgeprägtes Klassenbewusstsein verfügen, versuchen alles ihren Lohnabhängigen ein falsches Bewusstsein einzuimpfen. Falsches Bewusstsein heißt, das den Lohnabhängigen gesagt wird, dass wenn sie anders handeln, als die oberen Klassen ihnen empfehlen und einhämmern, es ihnen nur schadet. Geht brav und gehorsam zur Arbeit und es wird euch an Nichts mangeln. Ein Klassenbewusstsein der unteren Schichten kommt aufgrund von obrigkeitshörigen und gehorsamen Denkens erst gar nicht zustande. Dabei wird vor allem auch der Konkurrenzgedanke und eine Kultur des Neides verbreitet. Es gibt Untersuchungen von Wirtschaftswissenschaftlern, die festgestellt haben, dass ein Unternehmen, das Leiharbeiter beschäftigt, die Stammbelegschaft domestiziert und sie zu höherer "Produktivität" angetrieben hat. Ein Wissenschaftler nennt einen Betrieb, wo in einer Schicht nur Leiharbeiter und in einer anderen Schicht die Stammbelegschaft gearbeitet haben. Die Leiharbeiter, die gerne fest angestellt werden möchten, waren in ihrer Schicht "produktiver" und schneller. Die Stammbelegschaft, die um ihre Arbeitsplätze fürchten, zogen nach. Mit dem Resultat, dass das Spiel von vorne anfing und sich beide Schichten förmlich "ausbluteten". Die Arbeiter verschleißen ihre Arbeitskraft und ihre Nerven. Die reichen und herrschenden Schichten oder Klassen spielen die Arbeiter mit dem Leiharbeiter und diese wiederum mit den Arbeitslosen aus. Zudem wird in den Mittelschichten und den Unterschichten ein Klima des Hasses gegen Ausländer, Obdachlose, Kranke und andere Minderheiten erzeugt. Dass der Feind im "eigenen Lande" steht, nehmen die Mittel- und Unterschichten gar nicht zur Kenntnis. Deshalb meint Warren Buffett zu Recht, dass seine Klasse der Reichen gewinnt. In den meisten Ländern der Welt haben die Mittelschichten ein ausgeprägtes Nationalbewusstsein und international spielen sich diese Schichten untereinander aus. Allgemein kann man sagen, das insbesondere in der deutschen Gesellschaft eine Ellenbogenmentalität und Kumpanei von Männer- oder auch Frauenbünden zugenommen hat. Vor allem eine Kumpanei gegen Schwache und Andersdenkenden. In Deutschland verrohen die Menschen immer mehr und das soziale Klima ist kalt. Ein Kampf für soziale Gerechtigkeit ist in Deutschland schwer zu organisieren. Hoffnung macht allerdings der Kampf vieler Menschen in Südeuropa, wie zum Beispiel in Spanien oder Griechenland.

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