Frank Schirrmacher beginnt zu glauben, dass die Linke recht hat
In Zeiten von Finanzmarkt- und Eurokrise können konservative Werte schon mal ins Wanken geraten. Kein Geringerer als der konservative Publizist Frank Schirrmacher merkt das. In seinem Artikel aus der FAZ vom 15.08.2011 führt er auch schon mal ein großes Geschütz auf, das da heißt Charles Moore. Charles Moore seines Zeichens Margaret Thatcher Biograph und langjähriger Journalist des konservativen Blattes The Daily Telegraph wird zitiert:"Die Stärke der Analyse der Linken liegt darin, dass sie verstanden haben, wie die Mächtigen sich liberal-konservativer Sprache als Tarnumhang bedient haben, um sich Vorteile zu sichern."wenig später zitiert Frank Schirrmacher Charles Moore mit folgenden Worten:
"Es zeigt sich - wie die Linke immer behauptet hat - , dass ein System, dass angetreten ist, das Vorankommen von vielen zu ermöglichen, sich zu einem System pervertiert hat, das die wenigen bereichert."Schließlich listet Schirrmacher eine ganze Reihe von Unzulänglichkeiten konservativer Politik auf. Das geht von Angela Merkel über den Bundespräsidenten Christian Wulf bis hin zur FDP. Am besten selber lesen; Link zum FAZ - Artikel vom 15.08.2011.
Im übrigen ist es auch so, dass es einige Konservative gibt, die zum Beispiel Karl Marx als besten Kapitalismuskenner ausmachten. Betont wird meistens die analytische Kraft die von Marx Schriften ausgehen. So zitiert der englische Journalist Francis Wheen schon 1997 einen reichen Investmentbanker aus dem Magazin New Yorker:
"Je länger ich an der Wall Street bin, desto stärker wird meine Überzeugung, dass Marx recht hatte, ich bin absolut sicher, dass Marx die beste Sicht auf den Kapitalismus vermittelt."In der Tat ist es auch so, dass jede Kritik am Kapitalismus stumpf bleibt, die sich nicht mit Marxschen Schriften auseinandersetzt. Die Gewerkschaften fordern in der Regel meistens höhere Löhne, dass manchmal auch dazu führt, das es sich um Neiddebatten handeln könnte. Wer die Umweltprobleme und die Krisenerscheinungen unseres Wirtschaftssystem in den Griff bekommen möchte, kommt um eine Diskussion alternativer Gesellschaftsentwürfe nicht vorbei. Da reicht es nicht aus um eine bessere Wettbewerbsfähigkeit zu erlangen oder immer mehr Wachstum zu fordern. Wobei es auch darauf ankommt, welche Wirtschaftszweige wachsen sollen. In den meisten Fällen handelt es sich um ein rein quantitatives Wachstum, dass zum Beispiel mehr Autos gebaut und abgesetzt werden sollen. Viele Politiker oder auch Wirtschaftswissenschaftler denken auch über ein qualitatives Wachstum nach. Das zum Beispiel die Sonnenenergie und andere regenerative Energiequellen erschlossen werden sollten. Die Energiefrage ist sehr eng verknüpft mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen. Wobei es meiner Ansicht nach nicht ausreicht einen "grünen Kapitalismus" zu fordern. Dieses Wirtschaftssystem baut auf Gewinnmaximierung auf Teufel komm raus. Anstatt einer von Konkurrenz angetriebenen Wirtschaft, brauchen wir kleinteilige und solidarische Wirtschaftsformen. Denn sonst, so Frank Schirrmacher, geraten auch konservative Tugenden unter die Räder.
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